Am deutschen Investmentmarkt wechselten 2025 Hotels für 1,9 Milliarden Euro den Eigentümer (CBRE). Pflege- und Gesundheitsimmobilien kamen auf rund 1,2 Milliarden (Cushman & Wakefield). Parkimmobilien kamen auf geschätzte 80 bis 100 Millionen Euro – kein Maklerhaus weist sie überhaupt separat aus. Nach klassischer Investment-Logik wäre damit alles gesagt: zu klein, zu illiquide, zu wenig Research. TREAM hat versucht, die Eigenschaften der fünf großen Betreiberimmobilien-Klassen über 13 Kriterien vergleichbar zu machen. Das Ergebnis: Trotz des kleinen Marktes bringen Parkimmobilien Besonderheiten mit, die für Investoren interessant sein können. Heben lassen sie sich allerdings nur mit Marktkenntnis, also mit dem Wissen, wie Betreiber rechnen, welche Lagen tragen und wer als Käufer infrage kommt.

13
Bewertungskriterien je Klasse, alle offengelegt
5
Betreiberimmobilien-Klassen im Vergleich
80–100Mio. €
Transaktionsvolumen Parking p.a. (TREAM-Schätzung)

Was eine Betreiberimmobilie ist – und was nicht

Bevor der Vergleich beginnt, definieren wir zuerst den Begriff. „Betreiberimmobilie" wird in der Praxis häufig wie eine Assetklasse oder Nutzungsart verwendet. Die maßgebliche ZIA-Taxonomie der Wirtschaftsimmobilien (3. Ergebnisbericht, Mai 2023, erarbeitet mit AK OGA, BBSR, gif, RICS, vdp, ULI und Deutscher Bundesbank) kennt diese Ebene nicht. Sie ordnet Immobilien nach Gruppe, Kategorie, Segment und Immobilienart – das Betreibermodell ist eine Querschnittsdimension, die quer dazu liegt.

Parkimmobilien stehen in dieser Systematik als eigenständige Immobilienart im Untersegment Verkehrseinrichtungen, innerhalb der Kategorie Wirtschaftsimmobilien. Betrieben werden sie regelmäßig als Betreiberimmobilie – das beschreibt die Bewirtschaftung, nicht die Position in der Taxonomie.

Parkimmobilien sind eine eigene Immobilienart, das Betreibermodell liegt quer dazu
Verortung nach ZIA-Taxonomie der Wirtschaftsimmobilien
Verortung von Parkimmobilien in der Taxonomie der Wirtschaftsimmobilien Links die Hierarchiekette nach ZIA-Systematik: Sachlicher Teilmarkt, Gruppe bebaute Grundstücke, Kategorie Wirtschaftsimmobilien, Segment Verkehrseinrichtungen, Untersegment Immobilien für Verkehrseinrichtungen, Immobilienart Parkhaus, Quartiersgarage, Tiefgarage. Rechts die Erläuterung, dass Betreiberimmobilie keine Kategorie und keine Nutzungsart ist, sondern eine segmentübergreifende Bewirtschaftungsform, unter die alle fünf verglichenen Klassen fallen. VERORTUNG IN DER TAXONOMIE Sachlicher Teilmarkt GRUPPE Bebaute Grundstücke KATEGORIE Wirtschaftsimmobilien SEGMENT Immobilien für Energie-/Wasserversorgung, Kommunikationsanlagen, Verkehrseinrichtungen und öffentliche Sicherheit UNTERSEGMENT Immobilien für Verkehrseinrichtungen IMMOBILIENART Parkhaus · Quartiersgarage · Tiefgarage eigenständiges Objekt DOMINANZPRINZIP Tiefgarage als Nebennutzung eines Büro-, Wohn- oder Handelsobjekts (≤ 25 %) ist ergänzende Nutzung – keine Parkimmobilie im taxonomischen Sinn. QUERSCHNITTSDIMENSION Betreiberimmobilie Keine Kategorie. Keine Nutzungsart. Eine Immobilie, deren Nutzung eines Betreibers bedarf – eine Bewirtschaftungsform, die quer zu den Segmenten der Taxonomie liegt. MERKMALE – Pacht statt Miete, häufig Umsatz- oder Mischpacht – Ertrag hängt am Betriebserfolg, nicht an der Fläche – Eingeschränkte Drittverwendungsfähigkeit – Typischerweise Single-Tenant DIE FÜNF VERGLICHENEN KLASSEN Gemeinsam ist ihnen das Betreibermodell, nicht die Position in der Taxonomie. Hotels Pflegeheime Studentenwohnen Self-Storage Parkimmobilien DIE DREI KATEGORIEN BEBAUTER GRUNDSTÜCKE Wohnimmobilien Wirtschaftsimmobilien Agrar-/Forst- und Fischereiimmobilien
Quellen & Erläuterungen
  • Quelle: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Taxonomie der Wirtschaftsimmobilien, 3. Ergebnisbericht, Mai 2023.
  • Das Betreibermodell liegt quer zur Hierarchie. Deshalb umfasst dieser Vergleich Klassen aus unterschiedlichen Segmenten.

Diese Unterscheidung ist keine Begriffsklauberei. Sie erklärt, warum ein Vergleich von Hotels, Pflegeheimen, Studentenwohnen, Self-Storage und Parkimmobilien überhaupt sinnvoll ist. Die fünf Klassen stehen an unterschiedlichen Stellen der Taxonomie, teilen aber dasselbe Ertragsprinzip. Genau dieses Prinzip wird im Folgenden bewertet.

Fünf Klassen, ein gemeinsames Merkmal

Betreiberimmobilien folgen einer anderen Logik als klassische Mietobjekte. Der Ertrag entsteht im operativen Geschäft, das im Gebäude stattfindet, der Miet- oder Pachtvertrag bildet es nur ab. Wer ein Hotel, ein Pflegeheim oder ein Parkhaus kauft, kauft immer auch ein Geschäftsmodell. Fünf Klassen prägen den deutschen Markt für Betreiberimmobilien:

Das Scoring: 13 Kriterien, fünf Klassen

TREAM ordnet die fünf Klassen über 13 Kriterien ein – von Rendite und Cashflow-Stabilität über Betreiberabhängigkeit und Regulierungsrisiko bis Fungibilität und Krisenresilienz. Je Kriterium gibt es einen bis drei Punkte. Bei Risikokriterien gilt: niedriges Risiko, hohe Punktzahl. Die Punkte werden ungewichtet addiert.

Die Bewertung ist eine TREAM-Einschätzung aus über 15 Jahren Parking-Investment-Praxis und mehr als 50 begleiteten Parkprojekten, kein externes Marktrating. Als Berater für Parkimmobilien ist TREAM dabei Partei. Deshalb stehen alle 13 Einzelwertungen offen in der Tabelle, jeder Leser kann die Gewichtung selbst nachrechnen.

Parking und Self-Storage liegen vorn, Hotels mit deutlichem Abstand dahinter
Gesamtpunkte über 13 Kriterien je Klasse, maximal 39 Punkte · TREAM-Einschätzung, Stand 10/2026
TREAM-Scoring der fünf Betreiberimmobilien-Klassen 0 10 20 30 39 Punkte Parking Self-Storage Pflege Studenten Hotels 33 32 28 27 21
Quellen & Erläuterungen
  • TREAM-Einschätzung auf Basis eigener Transaktions- und Asset-Management-Praxis, kein externes Rating.
  • Je Kriterium 1 bis 3 Punkte, ungewichtet addiert. Bei Risikokriterien steht eine hohe Punktzahl für geringes Risiko.
  • Alle Einzelwertungen und die Definition jedes Kriteriums stehen in der Tabelle darunter.

Die Gesamtwertung erzählt nur die halbe Geschichte. Aufschlussreicher ist, wo die Punkte herkommen.

Alle 13 Kriterien im Einzelnen
★ = 1 Punkt (schwach) bis ★★★ = 3 Punkte (stark) · bei Risikokriterien steht ★★★ für geringes Risiko
Kriterium Parking Self-Storage Pflege Studenten Hotels
Ertrag
Rendite★★★★★★★★★★★★★
Cashflow-Stabilität★★★★★★★★★★★★
Betrieb
Wartungsaufwand★★★★★★★★★★★
Managementaufwand★★★★★★★★★★★
Betreiberabhängigkeit★★★★★★★★★★
Digitalisierungspotenzial★★★★★★★★★★★★
Risiko
Standortabhängigkeit★★★★★★★★★
Marktrisiko★★★★★★★★★★★
Regulierungsrisiko★★★★★★★★★★★
Krisenresilienz★★★★★★★★★★★
Markt und Zukunft
Drittverwendung★★★★★★★★★★
Fungibilität★★★★★★★★★
ESG-Zukunftsfähigkeit★★★★★★★★★★★
Gesamt3332282721
Quellen & Erläuterungen
  • Rendite: erzielbare Anfangsrendite und Wertsteigerungspotenzial. Self-Storage: Spitzenrendite 4,75 % (CBRE, 09/2026), Parking 6,0–6,5 % Bruttoanfangsrendite (TREAM-Datenbank).
  • Cashflow-Stabilität: Planbarkeit der Einnahmen über Konjunkturzyklen.
  • Wartungs- und Managementaufwand: technische Komplexität der Gebäude und organisatorischer Aufwand der Bewirtschaftung. Wenig Aufwand, viele Punkte.
  • Betreiberabhängigkeit: Folgen eines Betreiberausfalls für den Cashflow.
  • Digitalisierungspotenzial: Spielraum für automatisierten Betrieb und datenbasierte Preissteuerung.
  • Standortabhängigkeit: Empfindlichkeit gegenüber Mikro- und Makrolage.
  • Marktrisiko: Konjunkturabhängigkeit der Nachfrage und Gefahr neuer Konkurrenz im Einzugsgebiet. Self-Storage-Anlagen entstehen als einfache Hallen in Gewerbegebieten. Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland 31 Anlagen hinzu, nur 60 % der Betreiber erwarten bessere Ergebnisse und nennen Neubau und Wettbewerb als Grund (CBRE, 09/2026). Neue Parkhäuser in Innenstädten werden dagegen kaum noch genehmigt.
  • Regulierungsrisiko: Mietpreisrecht, Heimrecht, Pflegesätze und vergleichbare Eingriffe.
  • Krisenresilienz: Verhalten der Nachfrage in der Pandemie. Self-Storage profitierte, Auslastung und Mieten stiegen 2021 und 2022 deutlich (Savills). Seitdem normalisiert sich die Nachfrage, die Auslastung in Deutschland liegt bei 76,3 % (CBRE). Parkimmobilien verloren in den Lockdowns deutlich an Frequenz, am stärksten an Flughäfen, und erholten sich mit dem Ende der Beschränkungen.
  • Drittverwendung: Umnutzbarkeit bei Leerstand oder Konzeptwechsel.
  • Fungibilität: Handelbarkeit und Tiefe des Transaktionsmarkts. Für Self-Storage und Parking weist kein Maklerhaus ein deutsches Volumen aus, siehe nächster Abschnitt.
  • ESG-Zukunftsfähigkeit: Vereinbarkeit mit Klimazielen und Mobilitäts- bzw. Nutzungswandel. Parking erhält zwei Punkte: Ladeinfrastruktur, Photovoltaik und Mobility-Hub-Nutzungen verbessern die Bilanz, die Kernnutzung bleibt aber Infrastruktur für den Pkw-Verkehr.
  • TREAM-Einschätzung, Stand 10/2026.

Drei Muster fallen auf. Erstens: Parking und Self-Storage liegen bei Betrieb und Regulierung gleichauf. Beide streuen ihr Ertragsrisiko über Hunderte Nutzer, laufen weitgehend automatisiert und kennen weder Mietpreisbremse noch Heimrecht. Zweitens: Den Abstand zwischen beiden machen Rendite und Marktrisiko. Eine Self-Storage-Anlage lässt sich als einfache Halle im Gewerbegebiet bauen, jede neue Anlage im Einzugsgebiet wirbt um dieselben Kunden. Für ein neues Parkhaus in der Innenstadt gibt es kaum noch Genehmigungen. Drittens: Der Abstand zu Pflege und Hotels entsteht in den Kriterien, die im Krisenfall zählen, Betreiberabhängigkeit und Regulierungsrisiko. Ein Pflegeheim mit insolventem Betreiber ist ein Sanierungsfall, ein Parkhaus mit gekündigtem Pachtvertrag ein Ausschreibungsprozess.

Parkings schwächste Wertung bleibt die Fungibilität. Der Markt ist klein, die Käuferschicht schmal, ein Verkauf dauert länger als bei Hotels oder Pflege. Diese Schwäche teilt Parking mit Self-Storage.

»Parkimmobilien vereinen institutionelle Stabilität mit unternehmerischer Einfachheit – eine seltene Kombination unter den Betreiberimmobilien.«

Die kleinsten Märkte im Vergleich

Die Transaktionsvolumina 2025 zeigen die Größenordnungen. Zwei Klassen tauchen in keiner Marktstatistik auf: Parking und Self-Storage.

Parking und Self-Storage: zu klein für die Marktstatistik
Transaktionsvolumen Deutschland 2025 nach Klasse
Klasse Volumen 2025 ggü. 2024 Quelle
Hotels 1,9 Mrd. € +38 % CBRE (01/2026)
Pflege & Gesundheit 1,2–1,4 Mrd. € −7 % bis +18 % C&W / BNPPRE
Studentenwohnen 0,27 Mrd. € +145 % CBRE („Modernes Wohnen")
Self-Storage k. A. – nicht separat erfasst
Parkimmobilien 0,08–0,1 Mrd. € k. A. TREAM-Schätzung
Quellen & Erläuterungen
  • Transaktionsvolumina Deutschland, Kalenderjahr 2025.
  • Pflege & Gesundheit: Spannbreite je nach Marktabgrenzung (C&W: 1,22 Mrd. €, −7 %; BNP Paribas Real Estate: 1,4 Mrd. €, +18 %).
  • Studentenwohnen: CBRE-Segment „Modernes Wohnen“ inkl. Co- und Micro-Living sowie Serviced Apartments.
  • Self-Storage: Für Deutschland weist kein Maklerhaus ein Volumen aus. Europaweit einschließlich Großbritannien wurden 2025 bis zum dritten Quartal rund 260 Mio. € gehandelt (CBRE/FEDESSA), nach dem Rekordjahr 2024 mit 1,2 Mrd. € (Savills). Von den 31 neuen deutschen Anlagen des vergangenen Jahres kamen 3 durch Zukauf in ein Portfolio (CBRE, 09/2026).
  • Parkimmobilien: In Marktberichten unter „Spezialimmobilien“ oder „Sonstige“ erfasst, ohne eigene Position. Wert ist eine TREAM-Schätzung.

Hotels verzeichneten 2025 mit plus 38 Prozent den größten Zuwachs aller Assetklassen. 13 Transaktionen lagen über der 50-Millionen-Euro-Marke, rund die Hälfte des Volumens kam von internationalen Käufern (CBRE). Studentisches Wohnen verdoppelte sich von extrem niedriger Basis auf 267 Millionen Euro. Self-Storage wächst über Neubau, kaum über Transaktionen: Deutschland zählt inzwischen 1.394 Anlagen, von den 31 neuen des vergangenen Jahres kamen nur 3 über Zukauf (CBRE). Und Parking? Taucht in keinem Maklerbericht als eigene Berichtsposition auf. Die Transaktionen laufen überwiegend off-market und in der Größenordnung von einem bis 15 Millionen Euro – ohne institutionelle Berichterstattung, ohne Renditezeitreihe, ohne Index.

Die Umkehrung: Was der kleine Markt bietet

Ein Markt ohne Research-Coverage gilt als unreif. Aus Investorensicht ist er vor allem eines: unbeackert. Vier Eigenschaften heben Parking innerhalb der Betreiberimmobilien heraus:

Dazu kommt der Preiseffekt der Nische: Wo institutionelle Käufer fehlen, bildet sich der Preis ineffizient – und das zugunsten des Käufers. Parkimmobilien vergüten aktuell rund +290 bis +340 Basispunkte Risikoprämie über der Bundesanleihe, mehr als jede etablierte Assetklasse. Die Kehrseite bleibt die Fungibilität: Wer die Prämie vereinnahmen will, braucht einen langen Anlagehorizont – oder einen Partner, der die schmale Käuferschicht kennt.

Fazit

Der Vergleich der fünf Betreiberimmobilien-Klassen endet mit einem Ergebnis, das der Marktgröße widerspricht: In der TREAM-Einordnung schneidet die kleinste Klasse am besten ab. Self-Storage teilt die strukturellen Stärken, also Risikostreuung, Automatisierung und Regulierungsfreiheit, und landet mit 32 von 39 Punkten auf Platz zwei. Den Unterschied machen die niedrigere Rendite und der Wettbewerb durch neue Anlagen.

Für Investoren bedeutet das: Parking kombiniert diese Stärken als einzige Klasse mit einem Markt, in dem institutioneller Wettbewerb noch weitgehend fehlt. Diese Lücke schließt sich in dem Moment, in dem die Assetklasse Research-Coverage und Indexreife erreicht. Der Bewertungsaufschlag ginge dann an die, die vorher investiert waren. Bis dahin honoriert der Markt Spezialisierung. Wer die Betreiber, ihre Rechenlogik und die schmale Käuferschicht kennt, kann die Besonderheiten der Klasse nutzen. Er zahlt eine Prämie, die sich in Hotels, Pflege oder Studentenwohnen nicht mehr vereinnahmen lässt, und Einstiegspreise, die noch kein Medienhype verzerrt hat.

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Druckfassung mit Scoring-Chart und Vergleichstabellen – zum Ablegen oder Weiterleiten im Investmentgremium.

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